Platt is cool Plattsounds 2015

Das 5. Plattsounds-Finale sorgte am Samstag, 21. November, nicht nur für eine bis auf den letzten Platz gefüllte Lagerhalle, sondern auch für eine durchweg lockere Stimmung – trotz der Aufregung der insgesamt neun Finalisten. Sie traten an mit Pop, Indie und Shanty, Death Metal, Rock und Rap und gaben alles – auf Platt! Denn es ist die Philosophie des Wettbewerbs, junge Amateurbands zwischen 15 und 30 Jahren mit ihrer Musik abzuholen und auf diesem Weg zum plattdeutschen Song zu (ver)führen.

Natürlich winkten auch attraktive Preise: So nahm die Band Mumpitz, die einen frechen ostfriesischen HipHop-Song mitbrachte, den im Online-Voting erreichten Publikumspreis in Höhe von 300 Euro entgegen. Der dritte Preis, dotiert mit 350 Euro, ging an den Shanty-Chor Lunzburg. Die drei Musiker aus Rotenburg/Wümme, die stilecht mit Quetschkommode auftraten, hatten ihr „Hart verlorn in Bremerhoben“ und besangen mit Humor die bange Frage „Is he mi ook treu“? Die achtköpfige Band von Maddy Yo thematisierte gleichfalls die Liebe, jedoch als einzige Rettung „in düsse koolt und verloten Welt“. Mit ihrer Musik, ihrer Performance und ihrer Gesamtwirkung – dies die Kriterien – räumte Maddy Yo den zweiten Preis ab. Er ist mit 600 Euro dotiert.

Der erste Preis ging an Toni Trash – kein Neuling mehr beim Plattsounds-Contest, hatte die Band doch schon vor einigen Jahren den Nachwuchspreis erobert. Nun durfte sie dank ihres absolut überzeugenden Auftritts mit 1.000 Euro nach Hause gehen – zugleich mit der Qualifikation für die Teilnahme am Semifinale des Bandwettbewerbs „Local Heroes“.



Toni Trash – die Band darf den 1. Preis nach Hause tragen und sich am Semi-Finale von Local Heroes beteiligen.
© Plattsounds, Foto: Angela von Brill
 
Die vierköpfige Plattsounds-Jury, bestehend aus dem Fofftig-Penns-Musiker Malte Battefeld, dem Local-Heroes-Vertreter Dennis Meinken, der ostfriesischen YouTuberin Neele Sinning und dem Liet-International-Vertreter Tjitte Jan Hogeterp aus Westfriesland, kam in ihrer Beratung jedenfalls auffallend rasch zu einem überzeugenden Ergebnis.


Das Bühnengewusel, das durch Auf- und Abbau von Instrumenten und Technik nach jedem Song entstand, überbrückte frech und charmant die von Plattsounds kaum mehr wegzudenkende Moderatorin Annie Heger. Das hingerissene Publikum dankte es ihr sichtlich.

Und es geht natürlich weiter: „Plattsounds in Ossenbrügge“, so Thorsten Börnsen, „weer ´n richtig runne Saak un ´n Riesenerfolg för de junge plattdüütsche Musikszene in Neddersassen. Wi all freit uns nu al op dat Emsland un de Graafschap Bentheim, wo wi 2016 to Gast sünd.“